27.7.05

One last time.

Brian Setzer in der Großen Freiheit.
Fabi wollte mit mir noch mal ordentlich rollern und ließ sich auch –Gott sei Dank– nicht von den saftigen Eintrittspreisen abhalten. Ich hab Brian Setzer vor 7 (?) Jahren bereits im Düsseldorfer Stahlwerk gesehen und hatte noch dieses außerordentlich schillernde Erlebnis vor Augen als wir in die Freiheit einbogen. Das Publikum, was sich davor staute, war erfrischend gemischt. "Was für die ganze Familie!" (Bolle) Von 12 bis 89 Jahren war so alles dabei. Den Großteil machten dann aber doch die richtigen Roller aus, mit ihren mannshohen Elvistollen in der mehr oder weniger vollen, aber ordentlich pomadigen Haarpracht, vielen bunten Tattoos und Leder- oder wahlweise Jeansjacken, liebevoll benäht mit den schönsten Patches.

Die Vorgruppe bestand aus 3 heißen Frauen samt Papa (?) am Schlagzeug, die schön klassische Countrymusik mit extrem wenig Bewegung vortrugen. Langweilig, aber schön anzusehen. Die Roller zollten ihren knackigen Figürchen aber gebürtigen Respekt und so durften auch sie eine Zugabe geben.

Dann kam er. Der Held. Das Urgestein.
"Boah, der sieht aus, als hätte er schon den ersten Schlaganfall hinter sich!" (Bolle)

In Brian Setzer Merchandise Shirt gepaart mit Pailettenanzug im Flammendesign und gut sitzender Roller-Frise arbeitete er seine Show ab.
"Opa muss seine Rente zusammenverdienen!" (auch Bolle).
Es war leider wirklich so. Die Lebensgeister wollen nicht mehr so richtig, auch beim Setzer Brian ist der Körper irgendwann zu erschöpft für 1 1/2 Stunden vollen Einsatz auf der Bühne.

Es war ein nettes Konzert, so gut ausgesteuert, als hätte ich die CD zuhause eingeworfen, ohne Ohrenfiepen- oder -bluten danach, aber leider auch ohne die Liebe, den Spaß und den Rock 'n' Roll in Beinen und Blut, den man von ihm erwartet. Ohne seinen tollkühnen Bassisten hätte man gar nicht mehr auf die Bühne gucken brauchen, sondern hätte einfach getanzt, zu guter Musik (keine Frage!) für zu teures Geld!

Ich hab ihm noch einmal all meine Aufmerksamkeit geschenkt, ihn so lange zu Zugaben auf die Bühne geklatscht und gepfiffen, bis er fast geheult hätte vor Rührung und wirklich nicht mehr konnte ("Nun lasst ihn gehen, Oppa kann nicht mehr!" (Na wer wohl?!) und eine Dame hat sich sogar noch zu einem letzten Slipschmiss hinreißen lassen. Aber nu is gut. Bye Brian!

Es ist so wie mit Bessi: man weiß nicht, ob man ihn je noch einmal wieder sieht......

1 Comments:

Blogger blogglik™ said...

Ich musste erstmal Flo fragen werzurHölle Brian Setzer is — Rockabilly, mein blinder Fleck. Schöne Beschreibung, btw. Bolle witzich. :-)

3:11 PM  

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